Weideauftrieb am Waschberg!
15. Mai 2025
Endlich ist es soweit! Am 15. Mai betreten drei Esel und vier Schafböcke den Waschberg! Erstmals seit Jahrzehnten können nun wieder alte Haustierrassen am Waschberg grasen! Die drei Esel, Hansi, Susi und Meadow, spazierten an der Hand ihrer Betreuer*innen vom Regionalentwicklungsverein Leiser Berge gemütlich über den Waldweg auf die Weide. Dort wartete schon der Anhänger mit den vier Schafböcken, die begeistert zu den Eseln auf die Weide stürmten. Die Tiere sind sich aus ihrem Winterquartier in Ernstbrunn vertraut.
Nun werden die Tiere über den Frühling und Sommer auf mehreren Koppeln bis die Vegetation im erwünschten Ausmaß abgefressen ist. Die Tierhalter kontrollieren die Weide täglich, um die Sicherheit der Weidetiere und der Wildtiere in der Umgebung zu gewährleisten.
Zwei Wochen später, am 2. Juni, folgten trotz nahendem Gewitter 15 Gemeindebürgerinnen und -bürger der Einladung zum Weidespaziergang mit dem professionellen Tierhalter und Geschäftsführer des Naturparks Leiser Berge, Alexander Ernst, dem Schutzgebietsbetreuer des Natura 2000 Gebiets Weinviertler Klippenzone (in dem der Waschberg liegt), Manuel Denner und Projektleiterin Julia Kelemen-Finan.
Die brennendste aller Fragen war die: „Wozu sind die Tiere hier?“ Alexander Ernst führte aus, dass Weidetiere immer ein traditioneller Teil der Landschaft und der Nutzung waren und durch ihr Fressverhalten und Tritt die Biodiversität (biologische Vielfalt) fördern. „Ihr werdet sehen, wie schön es hier im Sommer blüht, wenn die Tiere weg sind!“ Vor allem die Esel verhindern auch das „Zuwachsen“ und erleichtern die Entbuschung, da sie vom Rand in die Gebüsche hinein fressen. Manuel Denner ergänzte, dass durch extensive Beweidung viele Insekten gefördert werden, zum Beispiel Dungkäfer im Kot der Tiere, die dann wieder Nahrungsgrundlage für Vögel sind, die hier am Waschberg noch fehlen. Außerdem können bodennistende Wildbienen offene Stellen, die die Weidetiere schaffen, nutzen.
Die Beweidung stellt aktuell eine Ergänzung (nicht einen Ersatz) zur Mahd dar und wird vorrangig auf jene Bereiche begrenzt, die stark mit Gebüschen durchsetzt sind. Das sind im heurigen Jahr, über den ganzen Waschberg verstreut, nacheinander insgesamt vier Koppeln zu jeweils ca einem halben Hektar. Dort, wo die Wiesen durch die bisherigen Maßnahmen bereits wieder bunt und blütenreich sind und gut gemäht werden können, bleibt die mosaikartige Mahd. Der Vorteil am Waschberg ist, dass auch das gesamte Mähgut verfüttert werden kann, da es ausreichend Tierhalter zur Heu-Abnahme gibt. Die Beweidung ist im Jahr 2025 ein Pilotprojekt, nach dem Saison-Ende im Herbst wird entschieden, wie es nächstes Jahr weitergeht.
Die Kosten für die ersten beiden Koppeln werden durch das LEADER-Projekt „Wildblumenheu vom Waschberg (Projektträger: Gemeinde Leitzersdorf) gefördert.