Schnüffeln für den Artenschutz!

25. April 2025

Trotz regnerischen Wetters traf sich Freitagnachmittag ein kleines motiviertes Grüppchen am Bahnhof in Hohenau an der March. Ziel der Exkursion war, einen Einblick in die Arbeit der Naturschutzhunde zu erhalten. Die Amphibien-Expertin Ute Nüsken arbeitet mit dem Verein „Naturschutzhunde“ zusammen, der mit Hilfe von Artensuchhunden naturschutzfachliche Fragestellungen effizient, nicht invasiv und schnell bearbeitet. Dafür erhielt der Verein im Jahr 2024 den NÖ Naturschutzpreis (Schöffelpreis). Monitoring-Methoden von heimischen Amphibien im Reproduktionsgewässer sind Standard, Erhebungen in der terrestrischen Phase gestalten sich deutlich schwieriger.

Aufgrund der feuchten und windigen Wetterlage wurde die Exkursion in das Auring-Haus verlegt. Dieses befindet sich neben einer ehemaligen Zuckerrübenfabrik, welches am Rande des Naturschutzgebiets errichtet wurde. Hier im Dreiländereck, direkt an der Grenze zu Tschechien und der Slowakei, verlief einst der Eiserne Vorhang. Die Grenze war lange Zeit ein Sperrgebiet und wurde streng bewacht. Dies führte dazu, dass sich die Natur hier frei entfalten konnte und so entstand versehentlich ein nahezu unberührter Korridor durch ganz. Dieser ist heute, als das Grüne Band bekannt ist, und wurde zum Naturschutzgebiet erklärt, welches sich vom hohen Norden bis zum Schwarzen Meer erstreckt.

Das ehemalige Fabriksgelände, welches heute ein schützenswertes Feuchtgebiet geworden ist, beherbergt neben zahlreichen Vogelarten auch einige der einheimischen Amphibien-Arten, wie Kammmolch, Unke oder Moorfrosch, welche sich in den stehenden Gewässern besonders wohl fühlen. Um deren Schutz zu gewährleisten, steht das Gebiet unter genauer Beobachtung vom Verein Auring.

Zum Monitoring der Kammmolche trainiert Ute ihren Hund Scooper, ein ganz besonderes Mitglied im Team, mit außergewöhnlichem Geruchssinn. Spürnase Scooper ist ein italienischer Wasserhund mit besonderem Talent – und viel Training, Kammmolche aufgrund deren Dufts zu erkennen und aufzuspüren. Wenn er einen findet, zeigt er jene Stelle an, an der er die Molche vermutet und erstarrt dabei regungslos, um Ute darauf aufmerksam zu machen, dass er etwas gefunden hat. So kann auch aus der Ferne erkannt werden, dass der Hund fündig geworden ist. Es scheint, als hätte das lebendige Kerlchen eine große Freude beim Erschnüffeln der kleinen Drachen. Er bekommt Leckerlis zur Belohnung, wenn er wieder eine Aufgabe gemeistert hat. Die feine Nase des Hundes ist eine enorme Hilfe für das Naturschutzteam, denn so kann festgestellt werden, wie es um die kleinen Wesen steht und wo sie sich verstecken. So können weiter Schutzmaßnahmen getroffen werden und die Kammmolche noch besser geschützt werden, denn das Naturschutzteam weiß somit, an welchen Plätzen sie besonders gut Ausschau halten müssen.

Die Vorführung der Fähigkeiten des Hundes war wahnsinnig spannend und so konnte das kleine Grüppchen sowohl über die Amphibien als auch über den Artenschutzhund eine Menge lernen